Am Dienstag war dann ein ganz normaler Schultag mit einer Arbeit in „Proyección“ , über die Entstehungsgeschichte von Villa Allende. Dafür mussten wir die wichtigsten Personen, die Geschichte der 6 Schulen und der sozialen und medizinischen Einrichtungen wissen. Da mir aber erst am Montag Bescheid gesagt wurde, dass wir die Arbeit schreiben, hab ich dem entsprechend auch nicht wirklich gelernt und außerdem war der Text auch relativ schwer und unverständlich, sodass ich in der Arbeit nicht wirklich viel hinschrieben konnte.
Am Mittwoch war dann Volkszählung angesagt, das heißt die ganze Familie musste zuhause bleiben und dann wurde man zu seinem Leben befragt. Zum Beispiel haben sie gefragt wie viele Leuten denn in dem Haus wohnen, ob man Handy, Telefon und Internet hat, von welchem Anbieter man ist, ob man ein Auto hat, etc. An diesem Morgen ist allerdings auch der Expräsident, und der Ehemann der derzeitigen Präsidentin gestorben. Jedoch war keiner so wirklich traurig, weil dieser Mann Argentinien die derzeitige Finanzkriese gebracht hat. Dieses Präsidentenpaar wird eigentlich nur von den „Negros“ ( die Arbeitslosen) gewählt, da diese von dem Staat Häuser geschenkt bekommen und richtig viel Geld kassieren, obwohl sie noch nie gearbeitet haben. Deswegen war eigentlich keiner so wirklich traurig. Im Fernseher lief dann allerdings den ganzen Tag nichts anderes als ein Zusammenschnitt von seinem Leben und Bilder von der Trauerfeier, auf der allerdings auch jubelnde Menschenmengen waren.
Am Nachmittag hab ich mich dann mit Sofia, Maxi, Tano und noch ein paar anderen Freunden auf dem Poli (ein Sportplatz in Villa Allende) getroffen, um Armbänder zu knüpfen und den Tag zusammen zu verbringen.
Am Donnerstag hatten wir dann wieder ganz normal Schule, die mit einer langen Ansprache und Schweigeminute für den Expräsidenten begann. In Englisch wurde mir dann mein Arbeit zurück gegeben, eine 9,und außerdem noch andere Übungsaufgaben. Sofia wurden die auch zurück gegeben, allerdings stand auf ihrer Übungsaufgabe „Gut gemacht, Anna!“, da es Haar genau das gleiche wie meins war. Daraufhin hat meine Lehrerin dann gemeint, dass die anderen aus dem Kurs doch auch mal von mir profitieren sollten und hat mich umgesetzt.
Am Freitag war ich dann mit Giulia „ Tröster- und Läuseeis“ essen, als Dankeschön dafür, dass sie immer für mich da ist und mir bei allem hilft. Im Unterricht haben Sofia und ich dann Armbänder geflochten. Einige Lehrer haben uns zwar gesagt, dass wir es weglegen sollten, aber mit dem Argument, dass die Armbänder für sie seien, haben sie uns dann weiter machen lassen.
Am Samstag habe ich mich dann mit Sofia, Franco und Volpe um 10 Uhr morgens getroffen, um mit ihnen nach Cordoba Zentrum zu fahren. Der eigentlich Plan war eigentlich, ein Piercing stechen zulassen, da aber in jedem Lokal nach der Erlaubnis der Eltern gefragt wurde, haben wir dieses Vorhaben dann kurzfristig verschoben. Da wir jedoch schon mal in Cordoba waren, sind wir dann Wolle für die Armbänder kaufen gegangen und sind in der „Superpark“, eine Freizeitanlage wie der Heidepark nur kleiner, gegangen und uns dort dann sehr gut amüsiert.
Am Abend bin ich dann mit zu Sofia gegangen, um mit ihr auf einen Geburtstag von unserer Schule zu gehen und später dann bei ihr zu schlafen. Der Geburtstag allerdings war total langweilig. Es waren fast nur Jungs auf der Feier, es war kalt, es gab nichts zu trinken, die Musik und das Licht sind andauernd ausgefallen und dann hat auch noch einer der Deutschen angefangen meine Freunde erst auf Deutsch und dann auf Spanisch zu beleidigen.
Am Sonntag war dann der Geburtstag von der Mama von Sofia, die mich dann auch gleich eingeladen hat den ganzen Tag mit ihnen zu verbringen und auch Abends auf ihre Feier zu kommen.
Sofia und ich haben dann den Tag damit verbracht, uns zu Sonnen, Armbänder zu knüpfen und Maxi, der eine Straße weiter wohnt, zu besuchen. Am Abend sind dann auch noch Leandro, der Freund von Sofia und auch ein sehr guter Freund von mir, und Maxi zu der Familienfeier gekommen. Wir waren ungefähr 50 Leute an dem Abend, da die ganze Familie gekommen war und das sind ganz schön viele. Gegen 24 Uhr bin ich dann nach Hause gefahren, um wenigstens eine Nacht zuhause zu verbringen.
Hallo Schatz,
AntwortenLöschenschön zu lesen, dass du in der schweren Zeit gute Freunde hast! Wir sind alle sehr traurig, wir vermissen deine Opa sehr...
Papa