Montag, 11. Oktober 2010

Regen, Stromausfall & Familientreffen!



Am Montag hat es wie aus Eimern geregnet und das die ganze Zeit. Wie ihr mittlerweile wissen müsstet, habe ich Montags in den ersten Stunden Sportunterricht. Unsere Sporthalle jedoch ist eine halbe Katastrophe. Erst dieses Jahr wurden Fenster und ein Dach in der Sporthalle angebracht, und von den Fenstern fehlen ungefähr noch 5. Auf der einen Seite wurden die Fenster falsch angebracht, sodass unter dem Fensterbrett und der Wand ein Abstand von 20 cm ist und somit das ganze Wasser dort trotzdem hineinkommen kann. Also stand die halbe Sporthalle unter Wasser. Jedoch kann man an diesem Montag (noch weniger als sonst) von Sportunterricht reden, da aus meinem Kurs nur Sofia (meine beste Freundin von hier) gekommen ist, und aus dem 6, Jahrgang auch nur 2, sodass wir insgesamt 4 von normalerweise 30 Mädels waren. Dazu muss gesagt sein, dass wenn es regnet kommen generell sehr wenig Leute zur Schule, entweder weil sie keine Lust haben nass zu werden oder weil die Straße unter Wasser steht und somit nicht zur Schule kommen können. Somit haben wir dann uns mit dem 3. Jahrgang zusammengeschlossen, von denen 8 gekommen waren, um Volleyball zu spielen, was sehr amüsant war, weil keiner es so richtig konnte bzw. wir kein Lust hatten und der Ball total nass war. Als ich dann gegen 13 Uhr wieder zur Schule kam, und es gerade aufgehört hat zu regnen, kam meine Direktorin auf mich zu und sagt mir das die Schule geschlossen wurde, wegen Hochwassergefahr. Dazu müsst ihr wissen, dass die Schule direkt neben einem Fluss liegt und im Jahr 2000 die ganze Schule 1 ½ Meter unter Wasser stand. Also haben Sol und ich entschieden, dass wir gegen 14 Uhr nachhause fahren, da sie vorher noch mit Miki, ihrem Freund, zusammen sein wollte, da sie den nicht so häufig sehen kann, weil sie im geheimen zusammen sind. Den ganzen Nachmittag haben wir dann im Bett der Eltern verbracht, Filme geschaut und Tee getrunken. Außerdem hab ich an diesem Tag meinen ersten Stromausfall erlebt. Das passiert hier sehr häufig, dazu muss es nur regnen, kalt oder heiß sein, also fast immer. Am Abend ist dann Tango ausgefallen, weil das Auto der Lehrerin nicht mehr funktionierte. Also hab ich kurzfristig beschlossen mit Lucas und meinem Papa zu Taekwondo zufahren, um mir mal anzuschauen, was genau das denn ist. Tano, ein sehr guter Freund von mir und mein persönlicher „Bodyguard“, macht auch Taekwondo, und von daher war es sehr amüsant anzusehen, wie die sich gegenseitig „treten“. Eventuell gehe ich nochmal hin, aber dann um mitzumachen.

Am Dienstag hatte ich dann ganz normal Schule. Zu der Schule muss ich sagen, es hat sich nicht viel geändert, nur das ich den Sitzplatz und die Clique gewechselt habe. Den Sitzplatz habe ich gewechselt, da meine neue Clique ganz hinten in der letzten Reihe sitzt und damit ich mehr mit denen machen kann. Und die Clique habe ich gewechselt, weil ich mich häufig allein gefühlt habe, als die anderen 4 Mädels zusammen gesessen haben und über irgendjemanden geredet haben, den ich nicht kenne. Dadurch habe ich mich immer mehr zu Sofia und Maxi gesetzt, da die mich immer zu sich gerufen haben, als sie gesehen haben, das ich alleine war. Und ich muss sagen, mit denen fühle ich mich viel wohler. Sie reden mit mir, als wäre ich eine von ihnen, sie bringen mich die ganze Zeit zum Lachen und ich bin nie alleine. Am Anfang waren die Mädels sauer auf mich, dass ich den Sitzplatz und die Freunde gewechselt habe, aber ich meine wenn es mir so besser geht, müssen sie das akzeptieren.

Am Mittwoch bin ich morgens mit Sol zu Schule gefahren, da sie Sport hatte und ich Informatik, aber ich hatte keine Lust mir eine Stunde lang Handstände und Rollen anzuschauen, und bin deshalb zum Kiosk gegangen. Dort waren dann alle Jungs aus meiner Klasse, da die immer von der Mädchen Informatik haben, und alle haben mich sehr komisch angeschaut und gefragt, warum ich denn schon eine Stunde früher in der Schule sei. Da mir langweilig war und ich keine Lust hatte, alleine zu bleiben, bin ich mit denen zu Informatik gegangen. Die Lehrerin hat mich ganz verwundert gefragt, ob ich den Kurs gewechselt hätte und warum ich denn schon früher da sei. Meine Antwort lautete : „Ich hatte Lust zur Schule zukommen, da mir zuhause zu langweilig ist“. Was aber echt stimmt, da wir hier zuhause nie was machen. Unter der Woche stehen wir auf, schauen TV und gehen zur Schule. Am Wochenende gehe ich einen Abend auf eine Party, Lucas auch, aber den Rest des Wochenendes verbringen wir auch nur zuhause. Sehr langweilig. Aber zurück zur Schule. Da ich dann ja schon eine Stunde Informatik hatte, bin ich dann mit den Jungs Mittagessen und für Erdkunde lernen gegangen. In der Arbeit habe ich eine 5 geschrieben ( was ungefähr einer 4 entspricht), was jedoch recht gut ist, da ich nicht gelernt hatte und die Fragen nicht richtig verstanden hatte.

Am Donnerstag hatte ich dann die Arbeit in Methodologie , die wir eigentlich vor einer Woche schreien sollten, die Lehrerin nur keine Lust hatte. Es ging mal wieder über Fragebögen, über die verschiedenen Typen von Fragen die es gibt und die Arten zu antworten. Da ich für diese Arbeit schon 3 mal gelernt hatte, hoffe ich das es mindestens eine 6 wird.(Letztendlich habe ich in der Arbeit eine 8 geschrieben und die Lehrerin ist sehr stolz auf mich.) An diesem Tag hab ich leider auch den größten Fehler begangen, den ich hätte machen können. Ich habe meinen Freunden die Geschichte von dem Boot, das kaputt geht und am Ende ein T-Shirt herauskommt. Die fanden die so toll das ich sie 5 mal auf Spanisch und danach noch einmal auf Deutsch erzählen musste. Die deutsche Version war besonders schlimm, weil mir 5 deutsche Wörter nicht mehr eingefallen sind, was den anderen natürlich nicht aufgefallen ist, aber mir war das Mega peinlich. Jetzt fragen sie mich andauert, ob ich ihnen denn nicht die Geschichte nochmal erzählen könnte.

Am Freitag war dann der 18. Geburtstag von Leandro. Am Abend hatten wir dann für ihn eine „Überraschungsparty“ geplant. „Überraschungsparty“ , weil ihm leider vorher schon gesagt wurde, dass wir eine Party für ihn schmeißen. Die Party war jedoch sehr langweilig und alle aus meiner Clique außer mir waren dann schlecht drauf, da sie sich mit ihren Freunden oder Geliebten gestritten hatten und zwar so heftig, das Tränen geflossen sind.

Am Sonntag waren dann die Eltern von Gustavo und die Cousinen bei uns, um Asado zu essen und sich mal wieder zusehen. Es war das erste Mal, dass ich „meine“ Cousinen gesehen habe, aber ich muss sagen das sie sehr nett sind, genau wie der Rest der Familie. Gabi, die kleinste der Cousinen (19 Jahre) hat mir dann am Nachmittag Mathe erklärt und mir meine Hausaufgaben korrigiert, da alles falsch war. Ihre Ergebnisse jedoch waren leider auch nicht alle richtig, aber nur weil wir falsch simplifiziert oder die Vorzeichen nicht beachtet hatten.

Mir bleiben noch 11 Wochen, meine Lieben!

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