Mittwoch, 27. Oktober 2010

Puerto Madryn

Am Mittwoch bin ich am Morgen noch zur Schule gefahren, um mich von meinen Freunden zu verabschieden, da ich das am Dienstag nach der Schule vergessen hatte. Gegen 12 Uhr wollte ich dann ein Remis nehmen, um zu Giulia zufahren, um mit ihr letztendlich den Intercordoba ins Zentrum zu fahren, wo wir uns mit den anderen Deutschen getroffen haben. Als ich dann endlich nach 40 Minuten Verspätung bei Giulia vor der Tür stand (da mein Taxi nicht kam), kam auch relativ schnell der Intercordoba. Mal typisch wieder ich, pack ich mich volle Kanne hin, als ich in den Bus einsteigen wollte, verknacks mir den Fuß und hol mir blaue Flecke. In Cordoba Zentrum haben wir dann wie gesagt die anderen Deutschen getroffen. Von den ursprünglich 19 Leuten vom Vorbereitungscamp sind 16 mitgefahren, was mehr als in Buenos Aires sind. Gegen 14:30 Uhr haben wir uns dann auf die lange Busfahrt begeben. Die mussten wir allerdings mit einer Gruppe von 30 argentinischen Rentnern antreten, das heißt wir mussten im Bus echt etwas Rücksicht nehmen. In der Nacht haben dann allerdings 2 von denen ein Wettschnarchen veranstaltet. Das war so nervig, dass ich mir kurzerhand meinen IPod geschnappt und die ganze Nacht Musik gehört habe. Hinzu kam allerdings auch noch, dass die Sitze sehr unbequem zum schlafen waren, das die ganze Zeit die Klimaanlage an war (mal stärker und mal weniger) und das die ganze Nacht durch schreckliche Musik gelaufen ist. Alles in allem war die Nacht kurz, nervig und hat zu Erkältungen dank der Klimaanlage geführt. Als wir dann endlich nach 22 Stunden im Bus in Puerto Madryn angekommen, an unserem wunderschönen Hotel direkt am Meer. Nachdem wir unsere Sachen ausgepackt und Mittag gegessen hatten, sind wir mit den Rentnern zusammen auf eine Stadtrundfahrt gefahren, die allerdings nur aus einem Strandspaziergang bestand. Am Abend bekam ich dann den Schock meines Lebens. Ich hatte LÄUSE. Richtig eckelig, aber Gott sei Dank hatte ich „Mama Giulia“ dabei, die sich damit super auskannte und sie sofort mit einer Lotion (für 36 $ aus der Apotheke) bekämpft hat. Beim Essen hat sich dann einer verplappert und es ist total die Kriese ausgebrochen und alle haben sich verrückt gemacht. Allerdings haben wir somit auch rausgefunden, das ich nicht die einzige war, die Läuse hatte und somit konnten alle Köpfe von Läusen befreit werden.

Am 2. Tag sind wir Pinguine anschauen gefahren. Nach 3 Stunden Fahrt sind wir dann
(noch weiter im Süden) bei den Pinguinen angekommen. Allerdings wurde an diesem Tag auch mein Weltbild von den Pinguinen zerstört. Für mich gehören Pinguine zu Eis und Schnee, dort allerdings leben die Pinguine in einer Steinwüste direkt am Meer. Durch diese ganze Wüste ist dann eine Art Weg gelegt mit Absperrungen, die du nicht übertreten darfst, da du den Lebensraum zerstören könntest. In dem ganzen Pinguin park sollen angeblich 1 Million Pinguine leben, allerdings haben wir nur ungefähr 500 gesehen, was allerdings auch schon beeindruckend war. Das lustigste war, das wenn ein Pinguin den Weg überqueren wollte, mussten alle Leute anhalten mit 5 Metern Abstand, damit er ganz in Ruhe watscheln konnte. Momentan war die Zeit, wo alle Pinguine, ihre Eier ausbrüten. Jeder Pinguin paart sich mit einem Weibchen, wenn die Befruchtung erfolgreich war, d.h. das es 2 Eier werden und die Kinder dann auch gesund und ohne Defizite geboren werden, paaren sie sich im nächsten Jahr nochmals, bis zum Ende ihres Lebens. Wenn es jedoch nicht erfolgreich war, dann töten sie die Kinder und lassen die Frau alleine.

Am 3. Tag sind wir dann Wale anschauen gefahren. Wir sind mega nah an diese Riesentiere mit dem Boot rangefahren, sodass sie keine 20 Meter von uns aufgetaucht sind, und gespielt haben. Weiter weg ist dann auch einer gesprungen. Wir hatten an dem Tag so ein Glück, das kein Wind da war, sonst hätten wir die nie im Leben so schön erlebt. Als die Wale unter dem Boot durch getaucht sind, hat sich das teilweise so doll bewegt, dass wir Angst hatten rauszufallen und mir sogar kotz übel geworden ist. Aber es war total schön die Wale mal von so nah sich anzuschauen, ich hätte nie im Leben gedacht, dass die so groß sind.

Am 4. Tag mussten wir dann leider schon um 8 Uhr morgens uns wieder in diesen schrecklichen Bus reinsetzten, um uns auf die 22 Stunden Rückfahrt zu begeben. Bei einigen Stopps haben wir dann Fußball gespielt oder sind im Meer schwimmen gegangen. Als Sophie und ich (beide blond) Fußball gespielt haben, kamen dann nach einander alte Männer ( ~ 65 Jahre) an und wollten mit uns ein Foto schießen. Echt nervig. Gott sei Dank hat dann die Kamera ihren Geist aufgegeben und wir mussten weiter fahren, sodass kein anderer mehr kommen konnte.

Die Reise war echt total schön und ich bin froh, dass ich mir auch mal einen ganz anderen Teil von Argentinien anschauen konnte.Danke Mama und Papa!

Dienstag, 19. Oktober 2010

Schulfrei,Mathearbeit und Einbruch!

Am Montag hatten wir Schulfrei, da der nationaler Feiertag ( Tag der Rassenvereinigung) , der eigentlich am Dienstag wäre, auf Montag verlegt wurde, damit die Menschen ein langes Wochenende haben, um evtl. zu verreisen oder einfach nur ein schönes Wochenende zusammen mit der Familie zu verbringen. Da mir jedoch bewusst war, dass wir sowieso nichts machen werden, als fernzusehen oder mit meiner 3-jährigen Schwester Fußball oder Puppen 3 Stunden lang zu spielen, was zwar ganz amüsant sein kann, aber auf Dauer echt anstrengend ist. Also habe ich mich mit Sofia, Franco und Maxi verabredet, um ins Shopping zufahren und den Tag zusammen zu verbringen. Hinzu sind dann noch 2 Freunde ( Fernando & Rodrigo) von uns von dem Paula, einer anderen Schule in Villa Allende, gekommen. Zuerst, da wir uns nicht entscheiden konnten, was wir machen wollten, sind wir ins Shopping Villa Cabrera gefahren. Dort angekommen, war jedoch die Hälfte der Läden geschlossen, wegen Umbauarbeiten, und das „Spieleland“ war nur etwas für kleine Kinder. Also haben wir beschlossen ins Patio Olmos zufahren, dem bekanntesten Shopping ganz Cordobas. Von dieser Idee war ich anfangs nicht so begeistert, da ich vor einiger Zeit mit Giulia schon dort war und die Läden zwar gut sind, aber leider auch teuer. Jedoch sind wir in die 3. Ebene gefahren, die voll ist von Spielen, wie Pool oder Ballerspielen. Die Spielkarte, mit der die Spiele bezahlt werden(funktioniert wie eine Kreditkarte mit Limit) , haben wir mit 70 $ aufgeladen und 20 $ geschenkt bekommen. Damit sind wir echt gut ausgekommen, da jedes Spiel ungefähr 4 $ gekostet hat. Jedoch ging die Zeit viel zu schnell rum und somit mussten wir gegen 22 Uhr den Bus zurück nehmen. Da in dem Bus keine Sitzplätze mehr gab, genau wie auf der Hinfahrt, mussten wir stehen und jedes Mal wenn der Bus ohne Vorwarnung gebremst hat, bin ich umgefallen. Gott sei Dank stand an meiner Seite Franco, der mich dann immer aufgefangen hat.

Am Dienstag haben wir dann in den ersten beiden Stunden Mathe geschrieben über kombinierte Formeln. Es war eine Katastrophe muss ich sagen. Trotz der Hilfe meines Taschenrechners habe ich nicht wirklich was auf die Reihe bekommen. Ich hoffe, dass es mind. eine 6 wird, sodass ich bestanden habe. Nach der Arbeit hatten wir dann wegen dem Tag der Rassenvereinigung eine Aufführung in der Schule. Die war jedoch auch eine Katastrophe. Die Musik/ Technik hat nicht richtig funktioniert, die Lieder haben zu früh oder zu spät aufgehört und einige Tänzer haben sich so vertanzt, dass sie abgebrochen haben und von der Bühne geflohen sind. Teilweise mussten wir uns echt zusammenreißen, um keinen Lachkrampf zu bekommen. Am Abend kam dann die erlösende Nachricht, dass wir wieder Internet und Telefon haben. Da jedoch Agustina krank war und die ganze Zeit nur mit mir zusammen sein wollte, konnte ich mir keinen großen Nutzten draus ziehen.

Am Mittwoch hatten wir in Informatik mal wieder eine Arbeit. Dieses Mal jedoch praktisch am PC. Die Lehrerin hat uns ein Blatt mit Aufgabenstellungen gegeben, die wir dann Stück für Stück abarbeiten mussten, wie z.B. die Schriftart/-größe zu verändern, der Text mit grau zu hinterlegen oder den Text in Spalten aufzuteilen. Was jetzt alles nicht so schwierig ist, aber um das machen zu können, muss man erst einmal die Aufgabenstellungen verstehen und dann das Ganze auch noch im spanischen Word zu finden. Der letzte Part war jedoch der leichtere. Mal schauen was draus wird. In Englisch mussten wir eine Art Wiederholung von der Arbeit schreiben, da unsere Lehrerin meinte, dass die sehr schlecht ausgefallen wäre. Somit hat sie uns 10 Sätze gegeben, die wir in „Reported Speech“ umwandeln sollten. Die Hälfte meiner Sitznachtbar hat es von mir abgeschrieben und der anderen Hälfte musste ich es erklären und ihr Fehler korrigieren….. Da es den ganzen Tag wieder geregnet hat, hatten wir am Abend dann mal wieder kein Internet und Telefon. Die fallen nämlich immer aus, wenn es regnet oder stürmt. Und die Leute von der Beschwerdehotline sagen dann immer wir müssen 72 Stunden warten, wobei die Tage von Wochenende nicht mitgezählt werden, und dann dauert es noch mal 2 Tage bis endlich irgendjemand kommt, um sich das Problem anzuschauen. Alles etwas langsamer hier.

Am Donnerstag wurde in unserer Nachtbarschaft, ein Blog von meinem Haus entfernt, eingebrochen. Der Laptop und der Fernseher wurden gestohlen. Das heftigste jedoch war, dass die Frau , bei der eingebrochen wurde, in dem Moment an dem PC saß und die Männer von hinten rein gekommen sind. Gott sei Dank ist keinem was passiert. Mein Papa ist jetzt immer übervorsichtig und hat Angst das uns auch so etwas passieren könnte, was aber schwer möglich ist, da wir eine Alarmanlage haben, die einem so die Ohrenschmerzen bereitet, das jeder Dieb sofort das Weite sucht.

Am Freitag sind Giulia und ich zuerst ein bisschen durch die Gegend gelaufen, um Sachen für die Reise nach Puerto Madrin einzukaufen und schon mal nach Weihnachtsgeschenken zu suchen. Leider nicht so erfolgreich alles. Danach sind wir dann Salat und Lomos (eine Art Sandwich mit Fleisch, Ei und Salat) essen gegangen. Jedoch hat uns danach dann der Heißhunger auf Eis überfallen und wir sind mal wieder zu Grido gegangen. Dieses Mal jedoch nur 1 Kugel statt 3, um auf unsere Figur zu achten.

Am Samstag hab ich den ganzen Tag zuhause verbracht, da ich meinen Visumsantrag für Neuseeland ausfüllen und eine Hausarbeit für Psychologie machen musste.


Am Sonntag war Muttertag und der wird hier mit einer großen Familienzusammenkunft gefeiert. Zuerst sind wir zu den Eltern und der Schwester von Gustavo gefahren, um denen alles kurz alles Gute zu wünschen und danach sind wir dann zum Mittagessen zu der Mutter von Mariana gefahren. Was etwas langweilig war, aber naja. Am Nachmittag haben wir dann zuhause zusammen Filme geschaut und im Garten bei 30°C Matetee getrunken.

Montag, 11. Oktober 2010

Schulstreik, Fernet & Lenas 15.

Am Montag, als ich zur Schule gekommen bin, wurde mir erst einmal gesagt, dass ich kein Sport habe, da das Auto von dem Lehrer kaputt gegangen ist und er keine Lust hatte Bus zufahren. Das hieß für mich das ich 3 Freistunden hatte. Die habe ich dann damit verbracht mit Vicky und Romina (2 Mädels aus meinem Kurs) Milchshakes trinken gegangen. Was sehr amüsant war, da ich sonst nicht so viel mit denen zu tun habe, ich aber feststellen musste, dass sie sehr nett sind. Danach bin ich dann noch ins Internetcafé gegangen und hab mich von Mama durch Skype erst einmal auf den neusten Stand bringen lassen. Allerdings war es sehr verwirrend, weil ich gleichzeitig mit Sofia in Facebook gechattet habe und mit Mama geredet habe, dadurch kam es dann dazu das ich mit Mama teilweise auf Spanisch geredet habe und das ich Sofia deutsche Sätze geschrieben hatte. Ich muss übrigens immer ins Internetcafé, da wir seit 20 Tagen kein Internet und Telefon haben, da die Telefonlinie irgendwie kaputt ist, und die Leute hier zu blöd sind das zu reparieren. Das ist schon das 2. Mal diesen Monat, dass das Internet und Telefon ausgefallen ist. Aber naja, ich gewöhne mich dran. Am Nachmittag wurde dann vom Abschlussjahrgang ein Schulstreik organisiert, weil das Schulgeld um 100$ (20 Euro) erhöht werden soll, was für hiesige Verhältnisse enorm ist. Also haben die Schüler einen freiwilligen Sitzstreik auf der Straße vor der Schule durchgeführt. Aus meinem Kurs haben fast alle geschwänzt nur 5 Leute sind trotzdem zum Unterricht gegangen. Da meine Freunde beschlossen haben zu Sofia nachhause zugehen, um Fernet zutrinken und Volleyball zu spielen, bin ich mit denen mitgegangen. Auf dem Weg haben wir dann noch Lucas Hille, einen sehr guten Freund von hier der aus München kommt, getroffen und gleich mitgeschleppt. In dem Haus von Sofia haben wir dann wie gesagt angefangen Fernet zutrinken und später ein Ballspiel gespielt. Ein sehr lustiger Tag, muss ich sagen. Am Abend haben wir in der Tangoklasse angefangen unsere Choreografie zu proben, da wir im November eine Aufführungen haben. Wir werden ein Techno-Tango tanzen, d.h. es wird ein schnelleres und moderneres Lied sein.

Dienstag sind wir dann wieder ganz normal zur Schule gegangen. Die Lehrer haben uns zwar gefragt, warum wir nicht da waren und uns die Falta ins Cuaderno Communicado (Mitteilungsheft mit allem was in der Schule passiert, für die Eltern) eingetragen, aber sonst ist an dem Tag nichts weiter passiert. Am Abend sind wir dann in das Haus von der Tante gefahren, die gerade in Europa ( auch in Deutschland) mit ihrem Ehemann durch die Gegend tourt, da die Oma ( Mama von Gustavo) uns zum Nudelessen eingeladen hat. Die Nudeln hatte sie selbstgemacht und ich muss sagen so leckere Nudeln, hab ich noch nie gegessen.

Am Mittwoch war ich dann total müde in der Schule da wir erst um 1 Uhr morgens nach Hause gekommen sind und ich um 11 in der Schule sein musste. (Normalerweise gehe ich um 23 Uhr ins Bett) Als ich dann um 11 Uhr zur Schule gekommen bin, um mit den Jungs zu Informatik zugehen, wurde uns gesagt das die Lehrerin krank sei, nur sie hätte vergessen bei der Schule anzurufen. Das hieß dann mal wieder 2 Freistunden, was jedoch sehr lustig war, da der ganze Kurs zusammen war und wir über Gott und die Welt geredet haben. Der Rest des Schultages war sehr langweilig und von daher fiel es mir schwer die Augen aufzuhalten….

Am Donnerstag hat mir Chino, ein Junge aus meinem Kurs, mir gestanden, dass er mich mag. Was jedoch sehr merkwürdig war, da er eine Freundin hat. Aber er meinte er hätte schon die ganze Zeit Gefühle für mich, auch bevor er mit seiner Freundin zusammen gekommen ist, doch er hätte sich nie getraut mir etwas zu sagen, da er weiß, dass das mit uns beiden nie funktionieren wird. Womit er auch recht hat. Aber die Argentinier sind der Meinung, wenn dir jemand gefällt, auch wenn es nur sein Aussehen oder Charakter ist, müsse man direkt mit der Tür ins Haus fallen und ihm/ihr das gestehen. Die Mehrheit der Beziehungen hier besteht auch nur aus Personen die sich mögen, also hier musst du noch nicht einmal verliebt sein, um mit jemandem zusammenzukommen.

Am Freitag ist dann schon wieder Sport ausgefallen, trotzdem haben Giulia und ich beschlossen , nicht auf unsere Tradition zu verzichten und trotzdem Eis essen und Shoppen zu gehen. Dieses Mal war das Shoppen auch erfolgreich. Ich hab endlich Schuhe gefunden, die mir richtig gut gefallen, für die Schule ein Paar und noch ein anderes Paar zum ausgehen. Die musste ich dann natürlich gleich am Abend auf die Geburtstagsparty von Lena anziehen. Am Anfang war die Party echt langweilig, weil nur Leute aus der 3. Und 4. Klasse da waren, mit denen ich nicht so wirklich viel Kontakt habe. Gott sei Dank ist dann noch Giulia gekommen und die Jungs aus meinem Kurs, was den ganzen Abend dann sehr lustig gestaltet hat. Wir haben den ganzen Abend draußen gesessen und geredet, ab und zu getanzt und sehr viel gelacht. Endlich mal wieder eine gelungene Party. Danke dir Lena!


Den Samstag habe ich dann mit lernen und Fernsehen verbracht. Ich hab mir den ganzen Tag Jugendfilme angeschaut wie z.B. die Cheerleader Filme oder die Wilden Kerle. Ja ihr habt richtig gelesen die Wilden Kerle. Die haben auf Spanisch gesprochen, aber die Lieder z.B. auf Deutsch gelassen. Bei unserem Fernseher kann man auch die Sprache von Spanisch auf Englisch ändern, bzw. Englisch ist die Originalsprache des Filmes, d.h. ich hab mir dann die Wilden Kerle auf Deutsch angeschaut.

Am Sonntag ist dann die Cousine von Gustavo samt Familie zum Hünchenessen gekommen. Am Nachmittag sind Sol und ich dann ins Internetcafé gegangen um mit unseren Klassenkameraden zu planen, was wir denn am Montag machen werden, da wir Schulfrei (wegen nationalem Rassentag) haben.

Regen, Stromausfall & Familientreffen!



Am Montag hat es wie aus Eimern geregnet und das die ganze Zeit. Wie ihr mittlerweile wissen müsstet, habe ich Montags in den ersten Stunden Sportunterricht. Unsere Sporthalle jedoch ist eine halbe Katastrophe. Erst dieses Jahr wurden Fenster und ein Dach in der Sporthalle angebracht, und von den Fenstern fehlen ungefähr noch 5. Auf der einen Seite wurden die Fenster falsch angebracht, sodass unter dem Fensterbrett und der Wand ein Abstand von 20 cm ist und somit das ganze Wasser dort trotzdem hineinkommen kann. Also stand die halbe Sporthalle unter Wasser. Jedoch kann man an diesem Montag (noch weniger als sonst) von Sportunterricht reden, da aus meinem Kurs nur Sofia (meine beste Freundin von hier) gekommen ist, und aus dem 6, Jahrgang auch nur 2, sodass wir insgesamt 4 von normalerweise 30 Mädels waren. Dazu muss gesagt sein, dass wenn es regnet kommen generell sehr wenig Leute zur Schule, entweder weil sie keine Lust haben nass zu werden oder weil die Straße unter Wasser steht und somit nicht zur Schule kommen können. Somit haben wir dann uns mit dem 3. Jahrgang zusammengeschlossen, von denen 8 gekommen waren, um Volleyball zu spielen, was sehr amüsant war, weil keiner es so richtig konnte bzw. wir kein Lust hatten und der Ball total nass war. Als ich dann gegen 13 Uhr wieder zur Schule kam, und es gerade aufgehört hat zu regnen, kam meine Direktorin auf mich zu und sagt mir das die Schule geschlossen wurde, wegen Hochwassergefahr. Dazu müsst ihr wissen, dass die Schule direkt neben einem Fluss liegt und im Jahr 2000 die ganze Schule 1 ½ Meter unter Wasser stand. Also haben Sol und ich entschieden, dass wir gegen 14 Uhr nachhause fahren, da sie vorher noch mit Miki, ihrem Freund, zusammen sein wollte, da sie den nicht so häufig sehen kann, weil sie im geheimen zusammen sind. Den ganzen Nachmittag haben wir dann im Bett der Eltern verbracht, Filme geschaut und Tee getrunken. Außerdem hab ich an diesem Tag meinen ersten Stromausfall erlebt. Das passiert hier sehr häufig, dazu muss es nur regnen, kalt oder heiß sein, also fast immer. Am Abend ist dann Tango ausgefallen, weil das Auto der Lehrerin nicht mehr funktionierte. Also hab ich kurzfristig beschlossen mit Lucas und meinem Papa zu Taekwondo zufahren, um mir mal anzuschauen, was genau das denn ist. Tano, ein sehr guter Freund von mir und mein persönlicher „Bodyguard“, macht auch Taekwondo, und von daher war es sehr amüsant anzusehen, wie die sich gegenseitig „treten“. Eventuell gehe ich nochmal hin, aber dann um mitzumachen.

Am Dienstag hatte ich dann ganz normal Schule. Zu der Schule muss ich sagen, es hat sich nicht viel geändert, nur das ich den Sitzplatz und die Clique gewechselt habe. Den Sitzplatz habe ich gewechselt, da meine neue Clique ganz hinten in der letzten Reihe sitzt und damit ich mehr mit denen machen kann. Und die Clique habe ich gewechselt, weil ich mich häufig allein gefühlt habe, als die anderen 4 Mädels zusammen gesessen haben und über irgendjemanden geredet haben, den ich nicht kenne. Dadurch habe ich mich immer mehr zu Sofia und Maxi gesetzt, da die mich immer zu sich gerufen haben, als sie gesehen haben, das ich alleine war. Und ich muss sagen, mit denen fühle ich mich viel wohler. Sie reden mit mir, als wäre ich eine von ihnen, sie bringen mich die ganze Zeit zum Lachen und ich bin nie alleine. Am Anfang waren die Mädels sauer auf mich, dass ich den Sitzplatz und die Freunde gewechselt habe, aber ich meine wenn es mir so besser geht, müssen sie das akzeptieren.

Am Mittwoch bin ich morgens mit Sol zu Schule gefahren, da sie Sport hatte und ich Informatik, aber ich hatte keine Lust mir eine Stunde lang Handstände und Rollen anzuschauen, und bin deshalb zum Kiosk gegangen. Dort waren dann alle Jungs aus meiner Klasse, da die immer von der Mädchen Informatik haben, und alle haben mich sehr komisch angeschaut und gefragt, warum ich denn schon eine Stunde früher in der Schule sei. Da mir langweilig war und ich keine Lust hatte, alleine zu bleiben, bin ich mit denen zu Informatik gegangen. Die Lehrerin hat mich ganz verwundert gefragt, ob ich den Kurs gewechselt hätte und warum ich denn schon früher da sei. Meine Antwort lautete : „Ich hatte Lust zur Schule zukommen, da mir zuhause zu langweilig ist“. Was aber echt stimmt, da wir hier zuhause nie was machen. Unter der Woche stehen wir auf, schauen TV und gehen zur Schule. Am Wochenende gehe ich einen Abend auf eine Party, Lucas auch, aber den Rest des Wochenendes verbringen wir auch nur zuhause. Sehr langweilig. Aber zurück zur Schule. Da ich dann ja schon eine Stunde Informatik hatte, bin ich dann mit den Jungs Mittagessen und für Erdkunde lernen gegangen. In der Arbeit habe ich eine 5 geschrieben ( was ungefähr einer 4 entspricht), was jedoch recht gut ist, da ich nicht gelernt hatte und die Fragen nicht richtig verstanden hatte.

Am Donnerstag hatte ich dann die Arbeit in Methodologie , die wir eigentlich vor einer Woche schreien sollten, die Lehrerin nur keine Lust hatte. Es ging mal wieder über Fragebögen, über die verschiedenen Typen von Fragen die es gibt und die Arten zu antworten. Da ich für diese Arbeit schon 3 mal gelernt hatte, hoffe ich das es mindestens eine 6 wird.(Letztendlich habe ich in der Arbeit eine 8 geschrieben und die Lehrerin ist sehr stolz auf mich.) An diesem Tag hab ich leider auch den größten Fehler begangen, den ich hätte machen können. Ich habe meinen Freunden die Geschichte von dem Boot, das kaputt geht und am Ende ein T-Shirt herauskommt. Die fanden die so toll das ich sie 5 mal auf Spanisch und danach noch einmal auf Deutsch erzählen musste. Die deutsche Version war besonders schlimm, weil mir 5 deutsche Wörter nicht mehr eingefallen sind, was den anderen natürlich nicht aufgefallen ist, aber mir war das Mega peinlich. Jetzt fragen sie mich andauert, ob ich ihnen denn nicht die Geschichte nochmal erzählen könnte.

Am Freitag war dann der 18. Geburtstag von Leandro. Am Abend hatten wir dann für ihn eine „Überraschungsparty“ geplant. „Überraschungsparty“ , weil ihm leider vorher schon gesagt wurde, dass wir eine Party für ihn schmeißen. Die Party war jedoch sehr langweilig und alle aus meiner Clique außer mir waren dann schlecht drauf, da sie sich mit ihren Freunden oder Geliebten gestritten hatten und zwar so heftig, das Tränen geflossen sind.

Am Sonntag waren dann die Eltern von Gustavo und die Cousinen bei uns, um Asado zu essen und sich mal wieder zusehen. Es war das erste Mal, dass ich „meine“ Cousinen gesehen habe, aber ich muss sagen das sie sehr nett sind, genau wie der Rest der Familie. Gabi, die kleinste der Cousinen (19 Jahre) hat mir dann am Nachmittag Mathe erklärt und mir meine Hausaufgaben korrigiert, da alles falsch war. Ihre Ergebnisse jedoch waren leider auch nicht alle richtig, aber nur weil wir falsch simplifiziert oder die Vorzeichen nicht beachtet hatten.

Mir bleiben noch 11 Wochen, meine Lieben!